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Beschäftigte / Beschäftigter (m/w/d) im Sozialdienst bei der Justizvollzugsanstalt Köln in befristeter Vollzeit (50% Sozialarbeit, 50% Haftverkürzung)

KölnVor OrtVollzeit
Rochusstraße 350, 50827 Köln, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Jobbeschreibung

Stellenbeschreibung und Anforderungsprofil für eine befristete Vollzeitstelle des Sozialdienstes (50% Sozialarbeit, 50% Haftverkürzung) bei der Justizvollzugsanstalt Köln die zum 01.02.2027 zu besetzen ist

(Stand: 27.10.2026)

Beschreibung der Einrichtung 

Die Justizvollzugsanstalt Köln ist eine Einrichtung des geschlossenen Vollzuges. Sie verfügt über 1.170 Haftplätze für weibliche und männliche Inhaftierte und ist zuständig für Strafgefangene – Erst- und Regelvollzug – und die Vollstreckung von Untersuchungshaft.

I. Stellenbeschreibung 

1. Name der Stelle/Funktionsbeschreibung 

Es handelt sich um eine befristete Vollzeitstelle als Mitarbeiterin/Mitarbeiter im Sozialdienst der Justizvollzugsanstalt Köln für eine Diplom-Sozialarbeiterin/-pädagogin / einen Diplom-Sozialarbeiter/ – pädagogen; Bachelor of Arts mit staatlicher Anerkennung. Die Befristung zwecks Teilzeitvertretung läuft bis zum Ablauf des 31.12.2027. Eine darüberhinausgehende Weiterbeschäftigung, ggf. unter Veränderung des Stellenumfangs, ist möglich.

2. Vergütung/Besoldung

Entgeltgruppe S 15 TV-L

3. Dienstzeiten

Die Dienststundenregelung für die Angehörigen des Sozialdienstes trägt den vollzuglichen Erfordernissen Rechnung, in dem eine flexible Arbeitszeitregelung eingerichtet ist. Die flexible Arbeitszeit richtet sich nach dem TV-L.

4. Aufgaben /Tätigkeiten 

Sozialarbeit verfolgt das Ziel, über die im Studium erworbenen Kenntnisse, Methoden und Mittel persönliche, soziale oder strukturelle Entwicklungen zu ermöglichen und Eingliederungschancen zu erhöhen. In der professionellen Sozialarbeit geht es vornehmlich um folgende Arbeitsergebnisse:

-              Die Klienten sind informiert und beraten

-              Die Klienten sind zur Überprüfung ihrer Einstellungen motiviert

-              Angebote zur Erprobung neuer Handlungsmuster liegen den Klienten vor

-              Die vollzuglichen Angebote sind entsprechend den gesellschaftlichen Entwicklungen bedarfsgerecht gestaltet

-              Vollzugsinterne und vollzugsexterne Behandlungsangebote sind vermittelt

-              Interne und externe Hilfsangebote sind vernetzt

-              Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der Institution zu einem sozialen Dienstleistungsträger für Inhaftierte sind gegeben

-              Die Gefangenen in die Lage zu versetzen, ihre Angelegenheiten selbst zu ordnen und zu regeln

Die Tätigkeiten orientieren sich an den Richtlinien für die Fachdienste bei den Justizvollzugseinrichtungen des Landes Nordrhein-Westfalen (AV d. JM vom 06.Juli 2017 (2400 - IV. 54)).

Die Kernaufgaben sind hiernach fachliche Diagnostik und Beratung, Behandlung, Vernetzung und Vermittlung sozialer Hilfen. Sozialarbeiterische oder sozialpädagogische Maßnahmen werden mit dem Ziel einer Verbesserung der Lebenslage

der Inhaftierten in psychischer, sozialer und/oder materieller Hinsicht geplant, organisiert und durchgeführt.

Die Angehörigen des Sozialdienstes haben namentlich folgende Aufgaben:

-              soziale Beratung, Trainingsmaßnahmen und Behandlung von Inhaftierten, einzeln und/ oder in Gruppen

-              Krisenintervention

-              Vermittlung von Hilfen nach den Bestimmungen des SGB

-              Grundlagen in den Schwerpunkten der der Sucht- und Schuldnerberatung

-              Übergangsmanagement

-              Mitwirkung bzw. Federführung bei der Behandlungsuntersuchung sowie bei der Aufstellung, Durchführung und

               Weiterentwicklung des Vollzugsplans

-              Förderung von Beziehungen der Inhaftierten zu ihren Angehörigen und ihnen nahestehenden Personen

-              Mitwirkung bei der Prüfung vollzugsöffnender Maßnahmen

-              Fertigung von Stellungnahmen z.B. zur Aussetzung des Strafrestes zur Bewährung, zur Anordnung und Aussetzung von

               Maßregeln der Besserung und Sicherung u.a.

-              Mitwirkung bei der Haftvermeidung und Haftreduzierung

-              Mitwirkung bei der Gewinnung, Eignungsfeststellung und Beratung ehrenamtlicher Betreuerinnen und Betreuer

-              Kooperation/Zusammenarbeit mit öffentlichen und privaten Trägern

-              Mitwirkung bei der Aus- und Fortbildung der Bediensteten der Anstalt

-              Anleitung von Praktikantinnen und Praktikanten der Studiengänge Sozialarbeit  und Sozialpädagogik, sofern in der

               Studienordnung entsprechende Praktika vorgesehen sind

-              Dokumentation in den IT-Programmen der Justiz

Die ausgeschriebene Stelle dient zu 50% der Haftverkürzung. Folgende Tätigkeitsschwerpunkte fallen u.a. hierunter:

-       Entwicklung, Umsetzung und Fortschreibung einer anstaltsspezifischen Konzeption zur Haftverkürzung

-       Auf- und Ausbau sowie Pflege eines anstaltsbezogenen Netzwerks

-       Kooperation mit öffentlich-rechtlichen und freien Trägern, insbesondere mit Haftvermeidungsprojekten und mit

        Staatsanwaltschaften und Gerichten

-       Mitwirkung an regionalen und überregionalen Arbeitsgruppen und Dienstbesprechungen

-       Kooperation mit der Fachleitung Übergangsmanagement, mit anderen Justizeinrichtungen und dem Fachbereich Sozialdienst im

        Justizvollzug

-       Schaffung anstaltsinterner Strukturen und Kooperationen zur Haftvermeidung

-       Beratung von Bediensteten in Fragen der Haftverkürzung

-       Beratung und Unterstützung der Behördenleitung in Fragen der Haftverkürzung

-       Durchführung von Informationsveranstaltungen zur Haftverkürzung

-       Beratung und Motivierung der in Frage kommenden Gefangenen

-       Schaffung der individuellen Voraussetzungen für haftverkürzende Maßnahmen / Verbesserung der Sozialprognose durch

o   Existenzsichernde Hilfen

o   Erhalt / Beschaffung von Wohnraum / Unterkunft

o   Erhalt / Vermittlung von Arbeit

o   Vermittlung an externe Beratungsstellen (für Haftentlasse, zur Suchtberatung, zur Schuldnerberatung usw.)

o   Klärung, Aktivierung, Förderung sozialer Kontakte

-       Unterstützung bei der Beantragung einer Haftprüfung

-       Unterstützung bei einer (Teil-)Auslösung

-       Führen von Statistiken im Rahmen des Controllings

-       Fertigung von Berichten zur Haftverkürzung

-       Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen

II. Anforderungsprofil 

1. Berufserfahrung 

Vorerfahrungen im Bereich des Justizvollzuges / der Straffälligenhilfe sind wünschenswert, aber nicht Voraussetzung für eine Bewerbung.

2. Fachkenntnisse 

- Fundierte Kenntnisse auf dem Gebiet der Methoden der Sozialarbeit / Sozialpädagogik

- Fundierte Kenntnisse in der psychosozialen Diagnostik

- Arbeitsfeld- und fachspezifische Rechtskenntnisse

- Sozialpsychologische Kenntnisse

- Kenntnisse im Übergangsmanagement

- Kenntnisse in moderner Informationstechnik

- Erfahrungen in der Arbeit mit Flüchtlingen und / oder Migranten

- Kenntnisse im Ausländerrecht

3. Persönliche Anforderungen 

- Identifikation mit dem eigenen Berufsbild, den Grundlagen des Strafvollzuges

  und den Grundsatz- und Rahmenzielen der Justizvollzugsanstalt Köln

- Fähigkeit und Bereitschaft zur kritischen Selbstreflexion

- Teamfähigkeit innerhalb des Sozialdienstes und in interdisziplinär besetzten Teams

- Professionalität im Umgang mit Nähe und Distanz

- Verschwiegenheit

- Kommunikations-, Kooperations- und Konfliktfähigkeit

- Angemessener, sachlicher und wertschätzender Umgang

- Interkulturelles Verständnis

- Offenheit, Toleranz und Einfühlungsvermögen

- Entschlossenheit, Entscheidungsfreudigkeit und Durchsetzungsfähigkeit

- Psychische und physische Stabilität und Belastbarkeit

- Frustrationstoleranz

- Verlässlichkeit und Verbindlichkeit im Verhalten

- Hohe Leistungsmotivation und Flexibilität in der Gestaltung der Arbeit

- Loyalität gegenüber Dienst- und Fachvorgesetzten

- Fortbildungsbereitschaft

- Gerne Fremdsprachenkenntnisse, insbesondere ist die Beherrschung der   

   arabischen / französischen Sprache wünschenswert.

Eine Abbildung der Vielfalt in unserer Gesellschaft bei unseren Beschäftigten ist uns wichtig. Deshalb sind Bewerbungen von Menschen unabhängig von Alter, ethnischer Herkunft, Nationalität, Geschlecht, geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung, Religion, Weltanschauung oder sozialer Herkunft ausdrücklich willkommen.

Das Land Nordrhein-Westfalen bemüht sich um die Einstellung und Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen. Bewerbungen geeigneter schwerbehinderter und gleichgestellter behinderter Menschen im Sinne des § 2 Abs. 3 SGB IX sind daher ebenfalls ausdrücklich erwünscht.

Sie haben Interesse?

Ihre vollständige Bewerbung richten Sie bitte mit aussagekräftigen Unterlagen an die Leiterin der JVA Köln, Rochusstr. 350, 50827 Köln, oder per E-Mail an das Postfach bewerbung@jva-koeln.nrw.de

Der Bewerbung sind beizufügen:

-       eine Ablichtung der Geburtsurkunde,

-       ein tabellarischer Lebenslauf,

-       eine Ablichtung der Bachelorurkunde,

-       die staatliche Anerkennung,

-       Erklärung Vorstrafen (s. Anlagen),

-       Erklärung der wirtschaftlichen Verhältnisse (s. Anlagen).

Einsendeschluss ist der 22.11.2026 (Posteingang)!

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